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Frischer Wind für neuen Strom - Energiewirtschaft

Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft

Nach der Fertigstellung von Baltic I – Deutschlands erstem kommerziellen Offshore-Windpark – steht schon die Erstellung des nächsten Projektes auf offener See auf dem Plan: Baltic II, größer als Baltic I und in tieferem Wasser zwischen der Insel Rügen und der südschwedischen Küste. Auf einer Fläche von rund 27 Quadratkilometern werden hier, wo die See nur zwischen 20 und 40 Meter tief ist, 80 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 330 Megawatt entstehen und den frischen Küstenwind in Strom für 340.000 Haushalte verwandeln. Neben Baltic II sind derzeit drei solcher Windparks genehmigt, zwanzig weitere Projekte durchlaufen noch das Verfahren, die meisten von ihnen werden im Seegebiet nördlich und nordöstlich von Rügen erstellt.

Über 1.300 Windkraftanlagen an Land lassen schon heute ihre Rotoren drehen, und das mit einer Gesamtleistung von über 1.500 Megawatt. Mecklenburg-Vorpommern zählt damit bei der Windenergie zu den führenden Bundesländern. Die Inbetriebnahme der Offshore-Windparks wird diese Führung weiter ausbauen.

Das steht für eine Veränderung und Modernisierung der Energieerzeugung insgesamt. Die erneuerbaren und umweltschonenden Energien sind seit Jahren auf Wachstumskurs. Ihr Anteil am Stromaufkommen in Mecklenburg-Vorpommern beträgt inzwischen mehr als 50%. Zum Vergleich: 1995 waren es gerade mal 3,7%. 

Den größten Anteil daran hat die Windkraft. Das ist natürlich zunächst auf den beständigen Wind zurück zu führen. Aber auch auf gute Ingenieure. Denn die Parks und die Anlagen werden zu einem nicht unerheblichen Teil im Nordosten geplant und hergestellt. Vom Vortrieb der Windkraft in Vorpommern profitieren daher auch Metallverarbeitungsunternehmen, Gießereien, Unternehmen der Bauindustrie oder die Elektronikbranche. Außerdem Dienstleister aus den Bereichen Logistik, Finanzen, Service oder Ingenieurswesen. Windenergie ist ein Wachstumsmotor, in den jede Investition lohnt. 

Zur Bündelung der Potentiale in der Offshore-Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit Jahren das WIND ENERGY Network. Durch dieses Netzwerk sollen gerade auch kleinere Unternehmen die Chance erhalten, sich in komplexen Projekten erfolgreich zu engagieren.

Eine ganz bedeutende Rolle spielt für die Offshore-Industrie im Ostseeraum der Seehafen Sassnitz. Als Basishafen dient er als Ausgangspunkt für die Errichtung sowie die Wartung der Windenergieanlagen auf See. Aber auch im Energie- und Technologiepark Lubmin findet sich geballte Windkraft-Kompetenz. Hier haben sich Unternehmen wie die Erndtebrücker Eisenwerke, Bladt Industries, Lubminer Korrosionsschutz und Liebherr angesiedelt, die entscheidend zum Erfolg der gesamten Windenergiebranche im Nordosten beitragen. 

Investitionen in die Sonnenenergie sind wirtschaftlich nicht weniger interessant. Mit fast 2.000 Sonnenstunden pro Jahr bietet das Land die besten Voraussetzungen für solare Energiegewinnung. Die Anwendung der Solarthermie etwa bei der Heizungsunterstützung und für die Erzeugung von Prozesswärme im gewerblichen Sektor bietet noch erhebliche Potenziale. Auch die Verstromung fester und gasförmiger Biomasse und die Erzeugung von Bio-Methan spielen angesichts der umfangreichen land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen und des hohen Tierbestands im Land eine immer größere Rolle. Und sie schafft zugleich Arbeitsplätze im ländlichen Raum. 

Die erneuerbaren Energien sind also auf dem Vormarsch. Aber bis heute und auf absehbare Zeit bleiben die fossilen Brennstoffe wichtige Energielieferanten. Zum größten Industrie- und Energiestandort in Vorpommern hat sich der Energie- und Technologiepark Lubmin entwickelt. Seit 1995 wird hier durch die Energiewerke Nord GmbH das ehemalige Kernkraftwerk Greifswald stillgelegt und demontiert. Die dafür entwickelten und verwendeten Technologien gehören zu den modernsten der Welt und sind heute gefragtes Exportgut. Künftig ist in Lubmin der Bau von konventionellen Kraftwerken auf der Basis von Gas geplant. Der Standort bietet die notwendige Infrastruktur, wie Straßen- und Schienenanbindung, einen Industriehafen sowie die Anbindung an die Schaltanlage und das Hochspannungsnetz von Vattenfall Europe Transmission. Auch landet die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream in Lubmin an. Das russische Gas wird über die Wingas-Pipelines NEL und OPAL nach Süden und Richtung Niedersachsen geleitet. Aber nicht nur Energieerzeuger siedeln sich hier an. Die vorhandene Infrastruktur und die nutzbaren Serviceleistungen machen den Energie- und Technologiepark Lubmin sowie die Gewerbegebiete entlang OPAL und NEL interessant für Unternehmen aus den Bereichen Energietechnik, Stahlbau, Umwelttechnik und Informationstechnik. Denn an nahezu jedem Punkt der Leitung ist die Entnahme von Gas für energieintensive Unternehmen möglich und parallel zu den Leitungen wurden Lichtwellenleiter für hohe Datentransferraten gelegt.